SAG, WAS DU BRAUCHST

Liebe Leserin,

ich wünsche mir, dass du den Mut findest, ins Gespräch zu gehen, wenn dich etwas stört. Geh ins Gespräch mit deinem Chef, deinem Geschäftspartner, der Lehrerin deiner Kinder, oder mit deinem Mann. Wann immer du ein Anliegen hast, scheu dich nicht davor, es offen anzusprechen. Nur wenn wir laut aussprechen, was uns bewegt, bewegt sich was. Nur dann kommen wir aus dem Grübeln und Jammern und Hadern.

Ich weiß, das klingt jetzt so einfach, fühlt sich aber nicht so an. Ich weiß, in Wirklichkeit fühlt es sich komisch und irgendwie nicht richtig an, Kritik zu äußern oder etwas zu verlangen. Es fühlt sich furchtbar an, aus dem Raster zu fallen weil man seine Meinung und sein Anliegen äußert. Aber bitte glaub mir:

  1.  Es lohnt sich.
  2.  So schwer isses gar nicht.
  3.  Es fühlt sich hinterher auf jeden Fall gut an.
  4.  Mit etwas Übung wird es immer leichter.

Das glaubst du nicht? Dann habe ich hier ein passendes Beispiel für dich:

SAG, WAS DU BRAUCHST

Annika hat 2 schulpflichtige Kinder und ihr Mann arbeitet in der Pflege. Aufgrund der aktuellen Einschränkungen der Corona-Zeit, müssen die Kinder zu Hause betreut werden. Ohne ersichtlichen Grund besteht ihr Chef auf feste Arbeitszeiten von 09:00 – 14:00, obwohl Annika weder Kundenkontakt noch viele Meetings hat. Sie beißt die Zähne zusammen und versucht total gestresst Arbeit, Kinder und HomeSchooling unter einen Hut zu bringen. Jeden Nachmittag, wenn ihr Mann zu Hause ist, ärgert sie sich aber, dass sie nicht in dieser Zeit arbeiten kann. Nach zwei stressigen Wochen nimmt sie all ihren Mut zusammen, sammelt Argumente für eine freie Zeiteinteilung im Homeoffice und trägt ihre Ideen dem Chef vor. Und siehe da: Es klappt. Ihr Chef überdenkt seine Position und ein paar Tage später bedankt er sich sogar für ihr Engagement: Mittlerweile arbeiten viele Ihrer Kollegen bei freier Zeiteinteilung und sind viel motovierter und produktiver als vorher.

Es lohnt sich also, den Mut zu fassen und Dinge anzusprechen. Wie so oft, ist es auch hier so: Die Grenzen setzen wir uns selbst. Wenn wir uns sagen: Das macht er eh nicht. Das funktioniert doch nicht. Dann wird es auch nicht funktionieren!

WAS UNS HEMMT

Häufig lassen wir uns auch durch die Angst hemmen. Die Angst davor, Kritik zu äußern. Aber ganz ehrlich, auch das Wort „Kritik“ entsteht nur in unserem Kopf. Annikas Beispiel zeigt, der Chef hatte ihr Anliegen nie als Kritik empfunden. Geschickt formuliert, können wir unsere Anliegen und Wünsche als Lösungen und Verbesserungsvorschlag vortragen. Damit ist jedem geholfen, und es fällt uns viel leichter, unseren Gesprächspartner ins Boot zu holen.

Du hast etwas, das dich stört und willst, dass sich etwas ändert? Dann formuliere doch ein paar Lösungsvorschläge:

  • Was hältst du davon, wenn wir in Zukunft…
  • Wie findest du folgende Idee…
  • Meine Idee ist…

Deine Meinung, dein Wissen und deine Erfahrung sind wichtig. Also sei mutig, und äußere deine Meinung auch dann, wenn du etwas zu verbessern hast. Es lohnt sich. Für dich. Und für alle anderen Beteiligten.

Ich wünsche dir viel Freude auf deinem Weg,

Deine Melanie